Was eine Schiebe-Drehverglasung ist
Eine Schiebe-Drehverglasung besteht aus einzelnen Glasflügeln, die oben in einer Laufschiene hängen und unten geführt werden. Jeder Flügel lässt sich seitwärts schieben und am Ende der Schiene um rund 90 Grad aus der Glasebene drehen. Die Flügel verschwinden also nicht in einer Wandtasche, sondern stehen quer zur Laufrichtung als schmales Paket am Rand der Öffnung. Geschlossen bilden sie eine durchgehende Glasfläche ohne senkrechte Rahmenprofile zwischen den Flügeln.
Der Begriff beschreibt eine Bauart, keine Marke. Entscheidend ist die Kombination aus zwei Bewegungen: Das Schieben bringt die Flügel an den Rand, das Drehen macht die Öffnung frei. Eine solche Verglasung hält Wind, Regen, Laub und Strassenstaub zurück und verlängert die Saison auf dem Balkon um mehrere Monate. Sie ist bewusst nicht luftdicht und nicht wärmegedämmt: Der Bereich dahinter bleibt ein geschützter Aussenraum, kein Wohnraum.
Schieben und Drehen im Detail
Beim Öffnen schiebt man den ersten Flügel zur Seite, dreht ihn am Ende der Schiene heraus und stellt ihn parkiert ab; die weiteren Flügel folgen und legen sich dahinter. Dieses Flügelpaket braucht Platz – seitlich an der Brüstung, an einer Hauswand oder in einem Rücksprung. Wo dieser Platz eingeplant ist, bleibt die Öffnung bis auf das Paket frei, und der Balkon wirkt wieder so offen wie vor der Verglasung. Bedient wird von Hand, ohne Strom.
SIOs Umsetzung dieser Bauart ist COVER 2.0, die Weiterentwicklung des Systems COVER, das in der Schweiz über 18'000 Mal realisiert wurde. Eingesetzt wird die Bauart vor allem dort, wo Brüstung und Decke schon vorhanden sind: bei der Balkonverglasung und bei der Terrassenverglasung unter einem Vordach oder Glasdach. Gefertigt wird nach Mass, auch gerundete und mehreckige Grundrisse sind möglich.
Zuerst die Frage, wie oft die Verglasung ganz offen stehen soll. Wer den Aussenraum im Sommer praktisch offen nutzen will, plant alle Flügel beweglich. Wer vor allem Wind- und Wetterschutz sucht, kann einzelne Felder fest ausführen und damit ruhigere Ansichten erreichen.
Die gedrehten Flügel brauchen am Rand der Öffnung eine Standfläche. Eine Ecke, ein Mauerstück oder ein Rücksprung in der Brüstung eignet sich gut. Türen, Storenkästen, Beleuchtung und Pflanzentröge sollten diese Fläche nicht blockieren.
Gemessen werden die lichte Höhe zwischen Boden und Decke und die Länge über alle Seiten. Brüstungshöhe und Absturzsicherung richten sich nach SIA 358, Schnee- und Windlast nach SIA 261. Was im Einzelfall gilt, klärt der Fachpartner mit der Bauherrschaft und der Verwaltung.
Der Fachpartner nimmt das Aufmass, SIO fertigt Profile und Flügel in Olten auf dieses Mass, der Fachpartner montiert und stellt ein. Verkauf, Montage und Service laufen immer über den Fachpartner; SIO liefert das System und die Ersatzteile.
Unterschied zu Schiebeverglasung und Faltverglasung
Bei einer reinen Schiebeverglasung laufen die Flügel nur in der Schiene hin und her und schichten sich hintereinander, ohne gedreht zu werden. Das Bedienen ist besonders einfach, die freie Öffnung bleibt aber auf die Felder begrenzt, hinter die sich schieben lässt. SIO führt diese Bauart als SLIDER, rahmenlos in der Serie 16 und umrahmt in der Serie 35.
Bei einer Faltverglasung sind die Flügel paarweise mit Scharnieren verbunden und falten sich beim Öffnen zusammen; die Flügel sind schmaler, das Paket kompakter, und das System lässt sich isoliert ausführen – bei SIO ist das FOLDER. Die Schiebe-Drehverglasung liegt dazwischen: im geschlossenen Zustand grosse, rahmenlos wirkende Glasflächen, im geöffneten eine fast vollständig freie Öffnung, dafür ohne Wärmedämmung. Welche Bauart zu welcher Situation passt, zeigt die Vergleichstabelle Punkt für Punkt.
Wie weit lässt sich eine Schiebe-Drehverglasung öffnen?
Alle beweglichen Flügel lassen sich schieben und am Ende der Schiene drehen. Geöffnet stehen sie als schmales Paket am Rand, die Öffnung selbst bleibt frei. Wie viel das genau ist, hängt von der Anzahl Flügel und von der gewählten Parkposition ab.
Ist eine Schiebe-Drehverglasung wärmegedämmt?
Nein. Die Flügel sind in der Regel einfach verglast und laufen mit Bürstendichtungen, damit sie sich leicht schieben und drehen lassen. Sie halten Wind, Regen und Schmutz zurück, ersetzen aber keine Fassade; der Bereich dahinter bleibt unbeheizt. Welche Systeme dichter oder gedämmt ausgeführt werden, ordnet die Übersicht Verglasung ein.
Lassen sich die Glasflügel reinigen?
Ja, und das ist ein praktischer Vorteil der Bauart: Weil sich jeder Flügel drehen lässt, kommt man auch an die Aussenseite, ohne sich über die Brüstung zu lehnen. Wichtig sind saubere Laufschienen, weil Sand und Laub dort den Lauf schwer machen. Eine Anleitung dazu steht unter Balkonverglasung reinigen.
Passt die Bauart auch in eine Loggia?
Eine Loggia ist ein typischer Fall: Decke und Seitenwände sind vorhanden, verglast wird nur die offene Seite. Die Seitenwände bieten häufig gleich die Standfläche für die gedrehten Flügel. Die Besonderheiten dieser Situation stehen unter Loggiaverglasung.
Wer verkauft und montiert eine Schiebe-Drehverglasung?
SIO entwickelt und fertigt in Olten und liefert in die ganze Schweiz, verkauft aber nicht direkt an Endkunden. Beratung, Aufmass, Montage und Service übernimmt ein Fachpartner in Ihrer Region. Über die Fachpartner-Suche finden Sie den nächsten Betrieb.
Was kostet eine Schiebe-Drehverglasung?
Der Preis richtet sich nach der Länge der Öffnung, der Anzahl Flügel, der Glasart, der Farbe und der Montagesituation; Arbeiten am Bau oder ein Gerüst kommen dazu. Verbindlich rechnet der Fachpartner nach dem Aufmass. Welche Punkte den Preis treiben, steht unter Balkonverglasung Kosten.
Schiebe-Drehverglasung planen
Ob Balkon, Sitzplatz oder Loggia: Der Fachpartner beurteilt die Situation vor Ort, klärt Parkposition und Mass und rechnet das Projekt durch. SIO liefert das System aus Olten, der Fachpartner plant, montiert und bleibt Ihre Ansprechstelle.