Rahmenlose Schiebefenster: was damit gemeint ist
Ein rahmenloses Schiebefenster besteht aus einzelnen Glaselementen, die in einer Bodenschiene und einer Kopfschiene laufen und sich seitlich hintereinander zusammenschieben lassen. «Rahmenlos» heisst: Das Glas hat keinen umlaufenden Flügelrahmen. Sichtbar bleiben die Aluminiumschienen oben und unten sowie schmale Kanten- und Griffprofile. Geschlossen stehen die Elemente Stoss an Stoss in einer Flucht, die Fläche wirkt wie eine durchgehende Glasfront. Geöffnet parkieren sie gebündelt an einer oder an beiden Seiten des Feldes.
Gemacht sind diese Systeme für den geschützten Aussenraum: Balkon, Sitzplatz, Loggia, Sommergarten, Pavillon. Sie sind einfach verglast und nicht wärmegedämmt. Sie halten Wind, Schlagregen, Laub und Staub ab, verlängern die nutzbare Zeit im Frühling und Herbst und schützen Möbel und Bodenbelag. Aus einem Balkon wird damit aber kein beheizbarer Wohnraum. Bei SIO gehört diese Bauart zur Linie SLIDER: Serie 16 rahmenlos, Serie 35 umrahmt und robuster ausgelegt.
Aufbau, Führung, Glas und Bedienung
Entscheidend ist die Führung. Die Bodenschiene hat mehrere Spuren; jede Spur nimmt ein Element auf. Wie viele Elemente hintereinander parkieren können, bestimmt deshalb zugleich, wie breit das Feld werden darf und wie viel davon sich tatsächlich öffnen lässt: Ein Teil der Fläche bleibt immer vom Paket der zusammengeschobenen Elemente belegt. Oben braucht die Laufschiene eine tragfähige Decke – ein Vordach, eine Balkonplatte oder ein Terrassendach. Wer statt einzelner Schiebefenster raumhohe, grossflächige Elemente mit wenigen breiten Feldern sucht, ist bei der Glaswand oder bei der Seite Schiebewand und Schiebetüren aus Glas besser bedient; die Felder sind dort grösser und die Nutzung eine andere.
Verwendet wird Einscheibensicherheitsglas; bei Brüstungshöhe kommt die Absturzsicherung nach SIA 358 dazu, für Wind- und Schneelast gilt SIA 261. Bedient werden die Elemente über Griffprofile oder Griffe an der Glaskante: entriegeln, schieben, am Ende einrasten. Der Lauf soll leichtgängig bleiben, weshalb Schiene und Rollen sauber sein müssen. Die Feldgrösse legt nicht ein Katalogwert fest, sondern das Zusammenspiel von Glasgewicht, Spurenzahl und Einbausituation – das rechnet der Fachpartner nach dem Aufmass. Welche Systeme sich wie öffnen, stellt die Vergleichstabelle der Systeme nebeneinander.
Wofür rahmenlose Schiebefenster gebaut sind
Zuerst wird geklärt, was oberhalb des Feldes liegt und woran die Kopfschiene befestigt werden kann. Vordach, Balkonplatte und Terrassendach verlangen unterschiedliche Anschlüsse. Ebenso wichtig ist der Untergrund: Die Bodenschiene braucht eine gerade, tragfähige Auflage, und der Belag sollte Gefälle nach aussen haben.
Wie viele Elemente, wie breit, und wo darf das Paket im offenen Zustand stehen? Aus diesen Fragen ergibt sich die Spurenzahl. Bei schmalen Balkonen ist die Parkseite oft der knappste Punkt – dann lohnt der Vergleich mit der Schiebe-Drehverglasung COVER 2.0, deren Flügel sich zusätzlich quer drehen lassen.
Rahmenlose Systeme sind mit Bürsten- und Lippendichtungen ausgeführt und schliessen nicht hermetisch. Bei starkem Schlagregen kann an den Stossfugen Wasser eindringen; die Bodenschiene muss es deshalb ableiten können. Gleiches gilt für Kondensat, das an kalten Tagen auf der Innenseite anfällt.
Aufmass, Offerte und Montage laufen über einen Fachpartner in Ihrer Region. SIO produziert in Olten und liefert in die ganze Schweiz, verkauft aber nicht direkt an Endkunden; die Beurteilung vor Ort und die verbindliche Kalkulation sind Sache des Fachpartners.
Abgrenzung: was rahmenlose Schiebefenster nicht sind
Nach unten grenzen sie sich von der Ganzglasschiebewand ab: Dort arbeiten wenige, dafür grosse und oft raumhohe Scheiben, meist als Front einer Terrasse oder als Trennung grösserer Flächen. Rahmenlose Schiebefenster teilen die Fläche in mehrere schmalere Elemente – das ist bei gekrümmten Grundrissen, engen Balkonen und knappen Parkseiten der Vorteil. Zur Schiebe-Drehverglasung COVER 2.0 besteht der Unterschied in der Öffnungsart: Dort werden die Flügel nicht nur geschoben, sondern am Ende quer gedreht, wodurch sich die Front fast vollständig freistellen lässt.
Nach oben ist die Grenze noch wichtiger: Ein rahmenloses Schiebefenster ist keine wärmegedämmte Fensterfront für den Wohnraum. Wer einen ganzjährig temperierten Raum plant, braucht eine gedämmte Konstruktion – beschrieben auf Wintergartenverglasung – oder eine mehrfach verglaste Glas-Faltwand für grosse Öffnungen. Wo welches System hingehört, zeigt die Übersicht der Verglasungssysteme.
Sind rahmenlose Schiebefenster dicht?
Sie sind wetterdicht, nicht hermetisch dicht. Die Elemente stossen über Bürsten- und Lippendichtungen aneinander, und diese Fugen lassen bei starkem Wind etwas Luft und bei Schlagregen etwas Wasser durch. Das ist konstruktiv gewollt: Die Bodenschiene ist so ausgelegt, dass eindringendes Wasser nach aussen abläuft. Für eine luftdichte, gedämmte Hülle braucht es ein anderes System, etwa eine Wintergartenverglasung.
Warum bildet sich Kondenswasser an der Innenseite?
Weil einfaches Glas die Aussentemperatur annimmt. Trifft feuchte, wärmere Luft auf die kalte Scheibe, schlägt sich Wasser nieder – morgens im Frühling und Herbst am häufigsten. Das ist kein Mangel, sondern Physik. Regelmässiges Lüften und eine Bodenschiene, die das Wasser ableitet, halten es im Rahmen; mehr zum Verhalten verglaster Aussenräume steht unter Verglasung und Energie.
Wie werden rahmenlose Schiebefenster gereinigt?
Einfacher als eine feste Verglasung: Die Elemente lassen sich auseinanderschieben, sodass beide Glasseiten zugänglich sind. Wichtig sind die Schienen – Sand, Laub und Nadeln gehören regelmässig ausgesaugt oder ausgebürstet, weil sie sonst den Lauf bremsen und die Rollen belasten. Scheuermittel und scharfe Reiniger sind für Glas und Dichtungen ungeeignet. Eine Anleitung dazu finden Sie unter Verglasung reinigen.
Wie gross dürfen die einzelnen Felder werden?
Das hängt nicht am Wunsch, sondern am Glasgewicht, an der Spurenzahl und an der Auflage von Boden- und Kopfschiene. Schmalere Elemente in mehr Spuren ergeben ein breites Feld, das sich weit öffnen lässt; breitere Elemente ergeben weniger Stossfugen, brauchen aber mehr Parkfläche. Die zulässige Kombination bestimmt der Fachpartner nach dem Aufmass.
Was ist der Unterschied zur Ganzglasschiebewand?
Die Feldgrösse und die Nutzung. Eine Ganzglasschiebewand besteht aus wenigen, grossen und häufig raumhohen Scheiben und wird meist als Front oder Raumtrennung eingesetzt. Rahmenlose Schiebefenster teilen dieselbe Länge in mehrere schmalere Elemente und sind auf gedeckte, teils gekrümmte Aussenräume wie Balkon und Loggia ausgelegt. Die Bauformen im Vergleich stehen auf Schiebewand und Schiebetüren aus Glas.
Lässt sich der Raum dahinter im Winter beheizen?
Nicht sinnvoll. Ohne Dämmung und ohne luftdichten Abschluss geht die Wärme direkt wieder verloren. Ein verglaster Balkon bleibt an milden Tagen deutlich wärmer als ein offener, ist aber kein Wohnraum. Für diesen Zweck ist die Wintergartenverglasung der richtige Weg, bei grossen Öffnungen die Glas-Faltwand.
Rahmenlose Schiebefenster planen
Ein Fachpartner beurteilt Deckung, Untergrund und Parkseite vor Ort und sagt Ihnen, welche Feldteilung an Ihrem Balkon oder Sitzplatz aufgeht. Aufmass und Offerte sind unverbindlich.